Retro Gaming für das Wohnzimmer

ThinClients als Mini DOS-Computer sind die ideale Lösung für das richtige Retro Feeling im heimischen Wohnzimmer.

19.10.2020 (vor 28 Tagen aktualisiert)

Retro Gaming für das Wohnzimmer

Während die heutige Generation systematisch mit Glücksspielelementen in aktuellen Games zur Kneipenleiche, die an nichts anderes mehr denken kann, als an die bunten Lichter eines einarmigen Banditen, erzogen wird, wissen die Kinder der 90er noch ganz genau, was ein gutes Spiel ist, das Spaß und Laune macht, und nur das. Ganz ohne perfide Hintergedanken der Entwickler.

Die Rede ist von Retro Games. Von richtigen Retro Games, nicht von diesen Spielen, die Hipster spielen, weil sie glauben, dass was sie da spielen sei Retro, da es sich um pixelige Grafik handelt. Die Rede ist von Games, in denen man dem kleinen achtjährigen Billy Blaze dabei hilft, das Universum zu retten oder einem Schokodrops mehr Kalorien verschafft, indem er Kreise und Geister frisst. Letztere natürlich nur, wenn man die etwas größeren Kreise in der Ecke fraß.

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Auf heutigen Computern laufen diese Spiele jedoch nicht ohne weiteres und warum Emulatoren nicht das gleiche Gefühl geben können, liegt auf der Hardware, äh, Hand. Für das richtige Retro-Feeling muss also eine alte Kiste her. Das Problem ist nur – jedenfalls scheint es da vielen wie mir zu gehen – das Fehlen entsprechender Hardware. Warum sollte man denn auch so alte und lahme Computer aufheben, wenn man doch jetzt auf neuen Computern bessere und optisch beeindruckendere Spiele spielen kann? Also weg damit auf den Müll. Tja, und das Resultat? Man bekommt Tränen in den Augen, wenn man sich einmal auf Ebay umschaut und feststellt, was der „Müll“ heutzutage kostet, den man damals so bereitwillig in die Tonne warf.

Will man in den Genuss einer echten Retromaschine kommen, bleibt einem also nur, ordentlich und tief in die Tasche zu greifen. Oder man besorgt sich einen recht erschwinglichen und sogenannten Thin Client. Als Business Desktop Lösung konnten sie sich nämlich nur sporadisch durchsetzen und werden inzwischen zu Schleuderpreisen versetzt. Bereits ab rund 20 EUR kommt man an einen solchen kleinen grauen Kasten. Ein paar Dinge gilt es jedoch auch hier zu beachten. Welche das sind, erkläre ich im Folgenden.

Zunächst ist es wichtig, einen Computer zu finden, der nicht zu „gut“ im technischen Sinne ist. Klingt erstmal seltsam, jedenfalls für die jüngere Generation. Doch alte Games benötigen natürlich auch ein entsprechend altes Betriebssystem. Und das kann nur mit bestimmter Hardware umgehen. Als erstes sollte man sich also überlegen, welche Titel man auf der künftigen Retro Konsole spielen möchte. Da es da durchaus viele Möglichkeiten gibt, beschränke ich mich auf DOS- und Windowsspiele, denn diese erfreuen sich, zumindest bei mir, größter Beliebtheit. Werfen wir also einen Blick auf die Systemvoraussetzungen.

Microsoft DOS benötigt mindestens einen 16 MHz Prozessor der 286er Familie, 1 MB Arbeitsspeicher und wenigstens 4 MB Festplattenspeicher. Dieses kann jedoch nur auf Systemen mit maximal 1 GHz Prozessoren, 64 MB Arbeitsspeicher und 2 GB Festplattenspeicher weitestgehend problemlos ausgeführt werden. Unter Windows ist man da etwas flexibler aufgestellt. Hier empfehle ich aber ebenfalls einen Prozessor, der nicht schneller als 1 GHz ist, beim Arbeitsspeicher sollte man 512 MB nicht überschreiten. Festplatten dürfen dank des erweiterten Dateisystems FAT32 nun größer als 2 GB sein. Die Obergrenze liegt bei 2TB.

Da Onboard-Soundkarten meist den AC97 Codec verwenden, ist es nicht möglich, diese unter DOS zu nutzen. Unter Windows gibt es da durchaus Treiber, aber man möchte ja vielleicht auch DOS Spiele unter Windows nutzen. Daraus ergibt sich, dass der Rechner neben den oben empfohlenen Anforderungen auch möglichst über einen ISA- oder PCI-Slot verfügen sollte, um eine DOS-kompatible Soundkarte nutzen zu können.

Futro S220

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Thin Clients Futro S220 und S400 von Fujitsu Siemens gemacht. Beim Futro S220 gilt es jedoch zu beachten, dass ein kleiner Umbau notwendig ist, um PCI Soundkarten nutzen zu können, die eine 12V Spannungsversorgung - meistens für Verstärkerstufe - benötigen. Detaillierte Hardware Guides helfen dir dabei.

Doch nur die Hardware allein dient dann maximal als Staubfänger auf der Fensterbank. Daher habe ich praktischerweise die notwendige Software und Treiber bereitgestellt. Ideal also für faule Leute wie Nerds und solche, die es werden wollen.

Kommentare
Vapita schrieb vor 7 Monaten. #3

Die bekommst du hier: https://www.vapita.de/discover/retro-computer/treiber/thin-clients

Peter schrieb vor 7 Monaten. #2

Wo bekommt man denn die Treiber für diese Thin Clients? Habt ihr die auch?

Benno schrieb vor 7 Monaten. #1

Wann geht der Beitrag endlich weitet?